urticans Komplex
 

Avicularia urticans Komplex


Aussehen und Herkunft
Diese Avicularia spp. lassen sich vorallem durch ihren außerordentlichen "Wuschel"-Look erkennen, welcher ihnen durch die hellen, zahlreichen, langen Haare auf den Beinen und dem Abdomen vermittelt wird. Auffällig ist hier, dass die langen Haare auf dem Abdomen nicht in einem ausgeprägten U- oder V-Muster angeordnet (wie bei anderen Avicularia sp.), sondern recht gleichmäßig auf dem Opisthosoma verteilt sind. Auch Jungtiere besitzen schon diese langen Haare neben ihrer für Avicularia typischen Juvenielzeichnung auf dem Opisthosoma.  Die Grundfärbung der Tiere ist sehr variabel. Es gibt blaue, graue, braune, goldene und beige Tiere, die teils als verschiedene Arten beschrieben wurden. Die adulten Männchen zeigen einen sehr starken metallischen Glanz auf dem Carapax und blau/violetten Schimmer auf den Femuren.


Artbeschreibungen und Varianten
Diese verschiedenen "Arten" unterscheiden sich wahrscheinlich lediglich durch ihre Farbe und sind daher höchstwahrscheinlich Farbmorphe einer einzigen Art. Daher ist es schwer bis unmöglich diese beschriebenen Tiere sicher zu unterscheiden. Folgende Arten gehören vermutlich in diesen Art-Komplex:

aurantiaca Bauer, 1996.......................................................................................Peru
ulrichea Tesmoingt, 1996...............................................................................Brasilien
urticans Schmidt, 1994........................................................................................Peru
walckenaeri (Perty, 1833)...............................................................................Brasilien

Avicularia urticans
Diese Art wurde von Günter Schmidt 1994 beschrieben. Es handelt sich hierbei um recht stattliche Tiere mit gut 6 cm KL. Sie stammen aus dem Amazonasgebiet südwestlich von Iquitos (Peru) und dem Rio Ucayali Gebiet bei Contamana. Möglicherweise sind sie ebenfalls im Grenzgebiet zu Brasilien verbreitet. Schmidt hebt in seiner Beschreibung hervor, dass die Brennhaare der Tiere starkjuckende Ausschläge bei ihm hervorbrachten. Den Carapax des Tieres beschreibt er als gelb bis kupferfarben.
Die im Handel erhältlichen Tiere weisen sehr variable Grundfärbungen (besonders der Carapax) bei jedoch sonst gleichem Habitus auf.


         
                    Avicularia urticans mit goldbraunen Carapax (Foto: Ray Gabriel)


         
                    Avicularia urticans mit grau-blauem Carapax (Foto: Ray Gabriel)


         
                           Avicularia urticans vor der Häutung (Foto: Ray Gabriel)


Avicularia aurantiaca
Diese Spezies wurde 1996 von Steffan Bauer beschrieben. Leider besteht bis heute immernoch eine große Verwirrung darum, welches Tier Bauer wirklich beschrieben hat, da zu dieser Zeit eine ganze Reihe an teils ähnlichen, teils unterschiedlichen Arten aus Peru und Kolumbien importiert wurden. Laut Bauers Beschreibung sollen die Tiere deutliche orange Beinringe besessen haben, wobei die Männchen nach der Reifehäutung jene verloren haben sollen.
Eine Art, welche unter A. aurantiaca verkauft wurde, wird heute als Avicularia juruensis angesehen. Bei diesen Tieren handelt es sich um sehr große Tiere, welche Ian Wallace in den 90zigern aus Kolumbien mitbrachte. Diese wurden zuerst unter Avicularia magdalena verkauft, doch Schmidt stellte fest, dass es sich bei der beschrieben A. magdalena in Wirklichkeit um eine Hapalopus Art handelte, worauf sie dann als Avicularia aurantiaca bezeichnet wurden. Diese braun/beige Tiere besaßen sehr stark ausgeprägte gelbe Beinringe, die selbst die Männchen, im Gegensatz zu Bauers Tier, nach der Reifehäutung noch inne hatten. Desweiteren sind sie auf Grund ihres Habitus nicht in den Urticans-Artkomplex einzuordnen (siehe A. juruensis Artbeschreibung).
Etwa zur gleichen Zeit wurden aus Peru recht große Tiere, gold-brauner Grundfarbe, importiert, die offensichtlich dem Urticans-Artkomplex angehörten und als A. auratiaca oder A. walckenaeri angeboten wurden. Es waren recht großwerdende Tiere (6-7 cm KL), welche sich lediglich in Farbnuoancen unterschieden; doch gab es auch Tiere mit ausgeprägten Beinringen zwischen den Femuren und Patellen. Laut Michael Bullmer soll die beschriebene A. aurantiaca eine dieser Tiere gewesen sein, welche zugleich diese orange Beinringe besaßen. Heute findet man meist A. aurantiaca, welche keine ausgeprägten Beinringe beistzen.



Avicularia ulrichea
Diese Art wurde von Marc Tesmoingt im April 1996 beschrieben. 


         
                  Avicularia ulrichea Weibchen (Foto: Ray Gabriel)



         
                         Adultes Avicularia ulrichea Männchen (Foto: Ray Gabriel)

Avicularia walckenaeri
Diese Art wurde 1833 von PETRY als Mygale walckenaerii beschrieben. 1892 wurde sie von SIMON in die Gattung Avicularia transferiert. Sie stammt aus Brasilien. Leider sind mir sonst keine Informationen bekannt. Die Tiere die eine Zeit lang unter diesem Namen im Handel auftauchten, gehörten jedoch zum uritcans-Art-Komplex und besaßen wie A. aurantica eine goldbraune Grundfärbung aber keine Beinringe.




 
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